Spoilerwarnung! Wer die Abenteuerserie um den Kult von Berish Ardor später als Spieler mitmachen möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen. Spielleiter aber können hier einen ersten größeren Appetithappen abgreifen. Im MIDGARD-Forum wurde eine verkürzte Version veröffentlicht, die von Galaphil um weitere (insbesondere für Spielleiter relevante) Details ergänzt wurde. Und ja, die Schauplätze beschränken sich nicht allein aufs Fürstentum Cuanscadan - der Fürst streckt seine Fühler aus. Oder ist es vielleicht gar nicht der Fürst, sondern ...

Der Kult von Berish Ardor

Einleitung

Berish Ardor ist eine uralte Ruine zumidst des Uiscbréan-Deltas inmitten der Sümpfe von Imlachén. Diese Ruine beherbergt in ihrem Inneren in einem Tempel den Prinz der Katzen, Taldovil, und seine neun katzenartigen Diener. Diese sind seit sehr langer Zeit der Mittelpunkt schrecklicher Ängste, aber auch der Verehrung eines Teils der Angehörigen des Sumpfvolkes, das sich in den Marschen des Uiscbréan-Deltas niedergelassen hat.

Die Katzen von Berish Ardor sind in Wirklichkeit Katzendämonen aus den Nahen Chaosebenen, die an ein magisches Artefakt gebunden sind. Dieses limitiert aufgrund seiner magischen Kräfte ihren Aktionsradius auf das Gebiet rund um Berish Ardor. Die Katzendämonen suchen seit langer Zeit schon, aus ihrem Gefängnis auszubrechen, was allerdings nur durch die Hand derjenigen passieren kann, die sie gebunden haben – oder durch jemand, der in direkter Linie von dieser Person abstammt.

 

Geschichte des Kultes

Zu Zeiten, als die Ffomor noch den Süden Erainns bevölkerten, nach dem zweiten Kataklysmus und den Veränderungen, denen die Kontinente und damit auch die Küstenlandschaften Midgards unterworfen waren, kam der Schrecken der Katzendämonen in die Sümpfe von Imlachén. Die Katzen rund um flüchteten vor den Umwälzungen ihrer alten Heimat in die Sümpfe, wo sie sich niederließen und ihr Nest gründeten, von dem aus sie in den umliegenden Marschen mit ihrer Jagd auf die Einwohner des Sumpfvolkes begannen. Da sie sich allerdings zurückhielten und das Sumpfvolk nicht übermäßig dezimierten, spielte sich ein Gleichgewicht ein, indem sich die Sumpfbewohner zwar flüsternd von den großen Raubkatzen erzählten und die Gegend rund um Berish Ardor mieden, allerdings an ihren Siedlungsorten blieben und sich besser zu schützen suchten.

Die Situation änderte sich grundlegend, als es unter der valianischen Besatzung der Frau eines Provinzstatthalters im 15. Jahrhundert nL, der äußerst begabten Hexe und Beschwörerin Beruthiel gelang, Taldovil und seine 9 Diener in einen Seelenkerker zu sperren und sich seiner Dienste zu versichern. Das Sumpfvolk verehrte sie daraufhin wie eine Göttin, da Beruthiel sie vom Horror von Berish Ardor befreit hatte. Beruthiel benutzte Taldovil und seine Diener für ihre eigenen, privaten Zwecke.

Da sie allerdings in späteren Jahren der Hexerei beschuldigt und angeklagt wurde, musste sie ihr Mann opfern, um seine eigene Machtposition in Berberoth nicht zu gefährden. Bevor sie ins Exil ging, vertraute sie den magischen Stein, der den Prinz der Katzen und seine Diener gefangen hielt, ihrer Kammerzofe an, die aus dem Sumpfvolk stammte und sich in das private Landhaus Beruthiels in den Sümpfen von Imlachen zurückzog. Dem Prinz der Katzen gelang es, diese recht unerfahrene Person aus seinem arkanen Gefängnis heraus zu überzeugen, wenn sie ihm dienen und regelmäßig Opfer bringen würde, dass er ihr als Ausgleich große Macht und die Herrschaft über ihr Volk garantieren würde.

Diesem Pakt stimmte das Mädchen zu. Ab diesem Zeitpunkt wurden diejenigen des Sumpfvolkes, die entweder aufgrund ihrer Angst oder ihrem Wunsch nach Macht selbst dem Kult von Berish Ardor dienten, von den weiblichen Nachkommen der ersten Kammerzofe der Frau des ehemaligen Statthalters von Berberoth angeführt, die im ehemaligen Landhaus Beruthiels residierten und regelmäßig ihre Kulttätigkeiten in den Ruinen von Berish Ardor – die im Laufe der Jahrhunderte viele unterirdische neue Kammern, Gänge und Opferräume erhielten – durchführten.

Die Katzendämonen und die Seelenkerker

Der Seelenkerker ist ein sphärischer Rubin, der äußerlich schwarz erscheint, im Glanz eines Lichtscheines aber einen roten Schimmer zeigt. Wie Beruthiel zu diesem Stein gekommen ist, ist nicht bekannt. Die Seele der Katzendämonen ist in dem Stein gefangen und zusätzlich an Berish Ardor gebunden.

Während die neun Diener des Prinzen außerhalb ihres Gefängnisses praktisch blind sind und selbstständig keine neue Form annehmen können, ist Taldovil von dieser Limitierung ausgenommen. Er kann überall dorthin gehen, wohin der Träger des Seelenkerkers geht, ohne seine speziellen Wahrnehmungsfertigkeiten zu verlieren, er kann einen Teil seines Astralkörpers innerhalb gewisser Grenzen und für kurze Zeit außerhalb des Seelenkörpers projizieren und er kann ebenso einen Teil seiner arkanen Kräfte dem Träger (bzw. der Trägerin) des Seelenkerkers zur Verfügung stellen.

Der Seelenkerker kann die Energie des Astralkörpers von Menschen (oder menschenähnlichen Wesen) über dessen Blut absorbieren und aufbewahren. Der Edelstein kann dies auf zwei Arten und Weisen bewerkstelligen: entweder über den direkten Kontakt mit einer verwundeten Person (wobei das Blut des Menschen aus dessen Wunde aufgesaugt wird) oder über ein grauenvolles Ritual, das ein Blutopfer beinhaltet. Dieses Opfer wird folgendermaßen durchgeführt: Das Herz des Opfers wird entfernt und durch den Edelstein ersetzt, bevor das Opfer stirbt. Der Träger des Artefakts muss nun die korrekten Worte sprechen und zusätzlich selbst die arkanen Kräfte hervorrufen, um die volle Wirkung zu erzielen. Danach wird die komplette Lebensenergie in Form des Astralleibes des Opfers in dem Edelstein gespeichert und steht dem Träger des Edelsteins anschließend zur Verfügung.
Hinweis: Die absorbierte astrale Energie kann vom Träger des Artefakts verwendet werden, um sich zusätzliche magische Kräfte nutzbar zu machen: Pro Grad des Opfers erhält der Träger einmalig (Grad*)w6 AP, um zusätzliche Zauber sprechen zu können. Wird das Ritual angewandt, wird die maximale AP-Zahl des Opfers im Edelstein gespeichert.
Der Träger kann (wenn er es weiß) auch versuchen, diese Energie direkt auf sich zu richten, um sich die komplette Astralenergie des Opfers auf einmal zuzuführen. Dies würde bewirken, dass der Träger für so viele Monate zu altern aufhört, wie die Summe aus [Konstitution/5+Grad des Opfers] entspricht. Danach altert der Träger wieder normal, außer er wiederholt das Ritual jedes Mal, wenn die alte Energie aufgebraucht ist. Eine 1 beim Wirken des Rituals bewirkt ein sofortiges Altern des Körpers des Trägers und den unwiderruflichen Verlust, das Ritual erneut zu beginnen.
Die obersten Priesterinnen des Kultes, die Nachfahren der Kammerzofe Beruthiels, wissen davon nicht und haben es deshalb auch noch nie angewandt.

Die Kräfte Taldovils

Der Prinz der Katzen kann einen Teil seines Astralkörpers außerhalb des Seelenkerkers projizieren, um den Träger des Artefakts zu unterstützen, auch wenn diese Kräfte stark reduziert sind. Er kann drei verschiedene Dinge tun:

  1. Seine Diener beschwören;
  2. Teile seiner Kraft auf den Träger des Artefakts projizieren;
  3. Für eine kurze Zeit seinen Astralleib aus dem Seelenkerker projizieren.

Im Einzelnen

Beschwörung seiner Diener

Taldovil kann seine Diener durch den Seelenkerker individuell an seine aktuelle Position beschwören. Diese Beschwörung funktioniert allerdings ausschließlich in einer Neumondnacht und zusätzlich muss die Beschwörung durch ein Blutopfer begleitet sein, dessen Duft die feinen Nasen der Katzendämonen anlockt. Das Blutopfer muss außerdem mit einem rituellen Dolch durchgeführt werden, der sich immer im Besitz eines hochrangigen Mitgliedes des Kultes befindet.

Um außerhalb von Berish Ardor ohne körperliche Hülle existieren zu können, müssen sich Taldovils Diener an einem sterblichen Astralleib nähren können. Dies bewerkstelligen sie, indem sie in einen lebenden Körper eindringen (sie selbst sind körperlos) und den Astralleib von innen heraus „auffressen“. Dabei kann es passieren, dass die Seele des Körpers beschädigt wird und diesen verlässt, während der  materielle Körper als leere, versteinerte Hülle zurückbleibt.
Hinweis: Alle Eigenschaftswerte des Opfers werden mit einer Rate von 5 pro Tag reduziert, während dieser von dem Katzendämon infiziert ist. Während dieser Zeit kann nur gleichzeitiges erfolgreiches Austreiben des Bösen UND Allheilung gegen einen WW von 20 den Prozess aufhalten. Erreicht eine Eigenschaft den Wert 0 oder unterschreitet ihn, stirbt das Opfer unwiderruflich. Selbst die mächtigsten Zauber helfen hier nicht mehr, da der Eigenschaftswert vorher über 0 gehoben werden müsste, bevor z. B. Erheben der Toten gesprochen werden könnte.

Machttransfer

Dem Prinz der Katzen ist es gegeben, einen Teil seiner eigenen Kräfte dem Träger des Artefakts zur Verfügung zu stellen.
Als ein Zeichen der Macht der Katzen und als Beweis ihrer Verbundenheit mit dem Sumpfvolk, das ihnen dient, gewährt Taldovil der Herrin des Kults die Macht der Gestaltwandlung, so dass sie rein durch ihre Willenskraft und ohne Ausgabe von AP die Form einer großen Raubkatze annehmen kann. Diese Umwandlung, die eine Runde an Zeit in Anspruch nimmt, betrifft ausschließlich den Körper. Alles, was die oberste Priesterin des Kultes trägt, wird fallen gelassen und bleibt zurück. Zusätzlich zu ihren neuen körperlichen Fähigkeiten als Raubkatze behält sie all ihr Wissen und ihre menschlichen Fertigkeiten, soweit sie diese sinnvoll in ihrer Katzenform ausüben kann.
In Katzenform hat die Trägerin des Seelenkerkers einen Fertigkeitswert von 20 auf alle relevanten Bewegungsmanöver wie Akrobatik, Balancieren, Geländelauf, Klettern und Springen, sowie auf Schleichen und Tarnen. Außerdem verdoppelt sich ihre Bewegungsweite, diese erhöhte Geschwindigkeit gilt auch bei der Anwendung der vorgenannten Fertigkeiten.
Die bevorzugte Gestalt der derzeitigen obersten Priesterin, Iriel, ist die eines schwarzen Panthers.

Das weiße Gesicht

Ohne einen passenden Körper ist der Anblick des Gesichts des Prinzen der Katzen grauenhaft anzusehen und kann menschliche Opfer in den Wahnsinn treiben.

Wenn der Träger des Seelenkerkers dies benötigt, kann Taldovil genug Energie aufbringen, um eine transparente Projektion seines Gesichtes über den Edelstein zu projizieren. Dies ist allerdings außerhalb von Berish Ardor extrem kräfteraubend, sodass Taldovil diese Kraft nur einmal pro Stunde und maximal drei Mal am Tag aufbringen kann.
Das Resultat ist ein grünes Aufblitzen im Kristall, wodurch sich Taldovils Gesicht über den Edelstein legt. Jedem, der dies sieht und dem ein WW: Res GM gegen einen EW+23 misslingt, leidet unter grauenhaften Visionen von Katzendämonen, die so viele Tage anhalten, wie die Differenz zum Angriffswurf Taldovils war. Eine Differenz von mehr als 10 beim Widerstandswurf resultiert in permanenten Wahnsinn. Eine Heilung ist nur mittels kombinierter Seelenheilung (gegen den Wahnsinn) und Bannen von Finsterwerk (Verzauberung durch Taldovil) gegen den ursprünglichen Angriffswurf möglich. Eine Person hat nur einen Versuch, das Opfer zu heilen.

In heutiger Zeit

Der Kult ist heutzutage nach wie vor aktiv, allerdings außerhalb des Sumpfvolkes nahezu unbekannt. Die derzeitige oberste Priesterin des Kultes ist Iriel, deren Mutter ihre Vorgängerin war, deren Vater aber aus dem Volk der Schlange stammt. Dieser Hintergrund führte dazu, dass Iriel mitsamt ihrem Zwillingsbruder Colfen in Cuanscadan aufgewachsen ist und eine sehr gute Ausbildung genossen hat. Nichtsdestotrotz sind beide ihrem Volk verbunden und arbeiten insgeheim zu deren Vorteil, nach wie vor sehen sie sich als Beschützer all derjenigen, die den Katzendämonen dienen. Iriels bevorzugte Katzengestalt ist die eines schwarzen Panthers.

Die in letzter Zeit wieder stärker aufgeflammten Aktivitäten des Kultes von Berish Ardor sind außerhalb der Marschen und des Flussdeltas noch nicht recht wahrgenommen worden. Die Sumpfvölker wissen es zwar besser – schweigen aber aus Furcht und Schrecken, vor allem da ihnen klar ist, dass mit Colfen einer ihrer direkten Ansprechpartner aus dem Teil des Volkes kommt, der immer schon den Katzendämonen gedient hat. Immerhin sind die Aktivitäten der Kinder der See im Delta des Uiscbréan praktisch auf Null zurückgegangen, worunter alle Sumpfbewohner profitieren.

Iriel

Iriel erbte die Führung des Kultes von Berish Ardor und des Sumpfvolkes von Imlachén von ihrer Mutter. Iriels Mutter war ursprünglich mit einem Mann des Sumpfvolkes verheiratet, allerdings wurde dieser zufällig bei einem Gefecht der Piraten mit der Flotte des Fürsten von Cuanscadan getötet. Iriels Mutter schwor Rache, ging nach Cuanscadan, wo sie den Mörder ihres Mannes ausforschte, verführte, zuerst seine Geliebte und später seine Frau wurde. Nachdem die gemeinsame Tochter (Iriel) geboren war, nahm sie ihre Katzenform an und ermordete ihren Mann im Schlaf.

Iriels Mutter blieb in Cuanscadan, bis sie und ihr Zwillingsbruder Colfen aufgewachsen waren. Als Iriels Mutter die Nachricht erreichte, dass die Piraten verstärkt Unterschlüpfe in den Sümpfen aufgebaut hatten und das Sumpfvolk unterdrückten, ging sie mit Iriel zurück nach Berish Ardor. Der Kult lebte darauf wieder auf. Mit Unterstützung ihrer obersten Priesterin und damit des Prinzen der Katzen und seiner Diener gelang es bald, die Anführer der Piraten aus Imlachén zu töten und den Rest der Piraten zu vertreiben.

Iriels Mutter übergab die Führerschaft über den Kult während dieser Kämpfe an ihre Tochter. Dann starb sie an einer vergifteten Wunde, die ihr von einem Piraten bei einem Hinterhalt zugefügt wurde. Iriel schwor Rache und führte das Werk ihrer Mutter fort. Da sie aus ihrer Jugend in der Stadt über die Macht des Fürsten wusste, sandte sie eine Botschaft an ihren in Cuanscadan zurückgebliebenen Bruder, sich bei der Flotte zu bewerben und Hilfe im Kampf gegen die Piraten anzubieten, insbesondere die Hilfe der Sumpfvölker, falls der Fürst, bzw. sein Kommandant, Truppen in die Marschen schicken würde, um die Piraten von dort endgültig zu vertreiben.

Der Fürst zeigte sich über diese unerwartete Hilfe erfreut und ernannte Colfen zu einem Kapitän einer eigens geschaffenen Imlachén-Einheit. Gefangene Gesetzlose und Piraten in den Sümpfen wurden streng bestraft und zum Tode verurteilt.

Diese unerwartete Hilfe von Seiten des Fürsten und die damit folgende Befriedung des Flussdeltas führten dazu, dass Iriel sehr schnell an Akzeptanz als Anführerin des Sumpfvolkes erlangte. Außerdem hatte sie aufgrund ihrer gewonnenen Verbindungen zu den Mächtigen Cuanscadans die Möglichkeit, Nachforschungen zur Vergangenheit und zu Beruthiels möglichen Erben anzustellen, wie noch keine oberste Priesterin vor ihr zuvor. Sie erhielt eine Ausbildung im Haus des Wissens (A19), wo es ihr gelang, das Vertrauen der Weisen Frauen zu erlangen. Zudem erhielt sie durch ihr Versprechen, eine vollständige Geschichte des Sumpfvolkes einzubringen, Zugang und persönliche Ausbildung von Tachgha, der Leiterin des Hauses des Wissens. Ihre teils auch längeren Ausflüge in ihre Heimat konnte sie dann auch leicht damit erklären, nach zusätzlichen Informationen für ihre Arbeit an der Geschichte ihres Volkes zu forschen.

Während ihrer Ausbildung unter Tachgha lernte Iriel Teagan, den jüngsten Sohn des Toissech Feradag vom Clann Osraige kennen, der nach Cuanscadan zur Ausbildung für einen Gelehrten geschickt worden war. Da ihre Ausbildung und ihr Wissen seinem schon weit voraus waren, wurde sie seine Tutorin. Iriel erkannte sehr schnell, dass der junge Sohn des Toissech von ihr leicht beeinflusst und für die Zwecke ihres Kultes eingespannt werden konnte. Aus diesem Verhältnis heraus begann sie eine äußerst gefährliche Liaison mit dem jungen Teagan.

Die Suche sowohl in den Häusern des Wissens als auch in Bibliotheken des Fürsten blieb erfolglos. Dies änderte sich, als Rialtir, die dunkle Coraniaid, an Iriel als Anführerin des Kultes von Berish Ardor herantrat und ihr ihre Hilfe anbot. Dies geschah im Ausgleich dafür, dass ihr Kult sich in die gefährlichen Ränkespiele des Fürstentums einspannen ließ. Deshalb ging Iriel als seine Mentorin und Geliebte mit Teagan zurück nach Dún Bhearna, als dieser seine Ausbildung in Cuanscadan beendet hatte. Dort wollte sie Taldovils Kommando erwarten, wann sie beginnen sollte, das Fürstentum innerlich zu zerrütten und an den Rand des Bürgerkriegs zu bringen.

Iriels Aussehen ist, trotz ihres gemischten Erbes, dem eines reinen Abkömmlings des Volkes der Schlange sehr ähnlich. Es fällt ihr nicht schwer, sich zu verkleiden oder zu verstellen. Dank der Kraft des Edelsteins, den sie stets bei sich trägt, und den Kräften Taldovils gelingt es ihr, die meisten Leute wegen ihrer Herkunft zu täuschen. Iriel ist eher klein und zart gewachsen für Angehörige des Sumpfvolkes und hat selbst etliche Merkmale des Volkes der Schlange vererbt bekommen. Der Hauptunterschied zum Volk der Schlange sind ihre dunklen, fast schwarzen Haare und die ebenso dunklen Augen.

Obwohl Iriel als oberste Priesterin des Kultes gilt, ist sie regeltechnisch eine Graue Hexe von Grad 8.

Colfen

Iriels Zwillingsbruder ist der Zwingmeister des Kultes. Seine herausragende Position bezieht sich einerseits darauf, dass er für die fürstliche Flotte im Bereich des Sumpfdeltas des Uiscbréan verantwortlicher Kapitän ist, andererseits seine Schwester in allen spirituellen Belangen des Kultes in deren Abwesenheit vertritt, insbesondere bei den monatlichen Blutopfern für die Katzendämonen in der Myrknacht. Die Opfer dafür werden entweder aus dem Kreis seiner Gefangenen – vor allem der Piraten und anderer Gesetzloser aus dem Gebiet der Sümpfe – genommen, oder aus dem Teil des Sumpfvolkes, der sich weigert, sich dem Kult zu unterwerfen. Seine Doppelrolle als fürstlicher Kapitän und militärischer Arm des Kultes macht ihn zum mächtigsten und gefürchtetsten Mann im Uiscbréan-Delta und dessen näherer Umgebung. Die meisten fürchten ihn und vermeiden es, seinen Weg zu kreuzen, um nicht auch eines Tages „spurlos“ zu verschwinden. Trotz seiner räumlichen Nähe zum Kult von Berish Ardor verdächtigen ihn weder die Gesetzlosen und Piraten, noch die Verantwortlichen der fürstlichen Flotte, mit dem Kult in Verbindung zu stehen, von dem sowieso nur Gerüchte in Umlauf sind. Die Angehörigen der Sumpfvölker wissen es natürlich besser, fürchten aber, offen darüber zu irgendjemand zu sprechen.

Unter Colfen wurde der Stützpunkt seiner Einheiten in das ehemalige Landhaus Beruthiels in den Sümpfen gelegt und dieses mit den Mitteln der Flotte ausgebaut.

Im Unterschied zu seiner Schwester ist Colfen dunkelhäutiger, wie der Großteil des Sumpfvolkes, sehr stark und muskulös, hat lange, schwarze Haare und eine ebenso schwarze Augenfarbe. Er hat ein äußerst beeindruckendes Auftreten, das die meisten Leute, die ihm gegenüber stehen, einschüchtert. Sein stechender Blick hat manchmal etwas Gejagtes, so dass sich Leute im direkten Gespräch mit ihm schnell unwohl fühlen.

Colfen teilt nicht die Fähigkeit seiner Schwester, sich in eine Raubkatze verwandeln zu können. Als Zwingmeister des Kultes ist er ein Krieger von Grad 7, der viele seiner Fertigkeiten in Richtung eines Seefahrers entwickelt hat. In rituellen Belangen des Kultes von Berish Ardor kann er seine Schwester jederzeit vertreten, ohne allerdings selbst zaubern zu können.

Das Ziel des Kultes

Nach wie vor ist das Ziel von Taldovil, seine Freiheit und die seiner neun Diener wieder zu erlangen. Dazu ist es notwendig, dass die oberste Priesterin des Kultes eine Spur von einem Erben Beruthiels findet. Noch nie war der Kult bei diesem Unterfangen so nahe dran wie derzeit, wo ihre führenden Häupter Zugang zum Adel des Fürstentums Cuanscadan gefunden haben.

Aufgrund des Kontaktes, den Rialtir mit Iriel geknüpft hat, gelangte Iriel in jene Teile der unterirdischen Katakomben und Gewölbe Cuanscadans, die noch aus der Zeit Berberoths und der valianischen Besatzung stammen und die derzeit von den Echsenmenschen unter Rialtir besiedelt sind. Dort fand Iriel Hinweise auf den einzigen Sohn Beruthiels, der als Kleinkind in die Obhut eines befreundeten Clanns gegeben wurde, der später im Clann Déisi Mumhan aufgegangen ist. Da dieser Clann eng mit dem Clann Osraige befreundet ist und der älteste Sohn von Toissech Feradag, Ardghal, ein Lean Altrama – Pflegekind – des Toissech Bran Finn vom Clann Déisi Mumhan ist, ist Iriels Verhältnis mit Teagan, dem jüngsten Sohn Feradags, besonders wertvoll. Iriel wartet nun darauf, wann sie gezielt zuschlagen kann und hat auch schon Colfen über die neuen Möglichkeiten informiert. Bran Finn und seine Frau Muireann, die beide schon recht alt sind, haben derzeit zwei Kinder: Niall, der aufgrund eines Verrats an ihm freiwillig Erainn verlassen hat, und die noch minderjährige Tochter Estél, die ihren großen Bruder noch nie gesehen hat. Zumindest einen von diesen beiden braucht Iriel, um das Ritual in Berish Ardor durchzuführen und Taldovil zu befreien. Ihr Problem derzeit ist, dass Niall außer Landes und Estél noch zu jung ist.

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