Archiv für November 2019

Manfred Roth schrieb vor einigen Jahren einen langen Beitrag zur Geschichte MIDGARDs. Manfred war damit einverstanden, dass seine Worte in Cuanscadan Gehör finden. Und mir ist das sehr recht, denn er gibt in seinen Worten das wieder, was auch ich ab etwa 1973 erlebte – das Eintauchen in fremde Welten. Vom Buch zum Rollenspiel und wieder zurück. Und manchmal zum Film. Doch der war gar nicht nötig, denn unsere Phantasie war bunt genug. Und ist sie irgendwie ja immer noch …

Lauscht also Manfred und seiner Erzählung von einer Welt, die noch hauptsächlich aus Papier bestand. Und aus Träumen von fernen Welten.


MIDGARD-Anekdoten

von Manfred Roth

Ein paar kurze Informationen und Geschichtchen, eher Anekdoten, zum Rollenspiel in Deutschland und Midgard im Besonderen, und ganz und gar subjektiv …

Am Anfang war FOLLOW
Magira

Seit Mitte der Fünfziger Jahre (Leihbücher, Heftserien wie »Utopia« und »Terra«) gab es hierzulande bereits diverse Science Fiction-Angebote, erst recht nach dem Start von »Unserem Mann im All« Perry Rhodan (1961), doch Fantasytitel verirrten sich praktisch nie in diesen »Hardcore-SF-Bereich«, geschweige denn, dass der Name FANTASY überhaupt auftauchte. Selbst in den USA kam dies erst Mitte der Sechziger (etwa im Zuge der Wiederveröffentlichung von Robert E. Howards »Conan« und anderem) auf. Das deutschsprachige (hier zählen wir, toleranterweise, Franken, Bayern und Österreicher mit) Fandom, klein, aber schon vielfach zersplittert und zerstritten (eine typische und noch nicht mal rein-deutsche Angewohnheit von Fans …), war ausnehmend »technisiert« geprägt. Und so nahm es nicht wunder, dass auf einem SFCD (Science Fiction Club Deutschland)-Con in Wien sämtliche Augenbrauen hochgezogen, Nasen gerümpft und Mundwinkel süffisant-lächelnd verzogen wurden, als Hubert Strassl und Edi Lukschandl am 6. August 1966 FOLLOW gründeten, sich gegenseitig zu »Lords« einer Ritter- und Fantasywelt ernannten und ein paar andere gleich zu »Knappen, Gefolgsleuten und Edlen« in ihre »Clans« beriefen. Zumal das ganze auch eher in einer fröhlich-anarchischen Weise geschah (ein bleibender Wesenszug von FOLLOW, das man immer so ernst nimmt, wie jeder für sich eben will), ein wenig »arg spinnert« halt.

Trotzdem ist dies so etwas wie die Geburtsstunde von Fantasy und mithin auch des Rollenspiels im deutschsprachigen Raum. Denn FOLLOW (»Fellowship Of the Lords Of the Lands Of Wonder«) hatte (und hat, denn der Club existiert ja immer noch – und lebendiger denn je!) seine 3 »Standbeine«, von denen die Beschäftigung mit Fantasyliteratur nur eines war.

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